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Studierendenwohnheim Passau

Studierendenwohnheim Passau
Deutschland , Passau

Wenn die Installationswand zur Trennwand wird

Bei Sanierung und Aufstockung eines Studierendenwohnheims in Passau sorgen TGA-Installationstrennwände mit Einblasdämmung für horizontalen und vertikalen Brandschutz.

Wo zwei Bäder Rücken an Rücken angeordnet sind, entsteht im konventionellen Innenausbau meist eine klassische Konstruktion: Eine massive Trennwand wird beidseitig mit Vorwandinstallationen ergänzt. Raumhohe TGA-Installationstrennwände verfolgen hingegen einen anderen Ansatz. Sie übernehmen gleichzeitig die Funktion der Trennwand und der Installationsebene, sodass Sanitärleitungen, Armaturen und Anschlüsse vollständig in einem vorgefertigten Wandsystem untergebracht werden. Das reduziert Materialeinsatz und Montageaufwand, schafft zusätzliche Nutzfläche und erfüllt mit mineralischer Einblasdämmung zugleich die Anforderungen an Brand- und Schallschutz. Wie dieses Konzept in der Praxis funktioniert, zeigt die Sanierung und Aufstockung eines Studierendenwohnheims in Passau.

TECEsystem Installationswand
Montage der industriell vorgefertigten Installationstrennwand: Die beiden Handwerker richten das Modul aus. Bild: Joschija Bauer

Das Studierendenwerk Niederbayern/Oberpfalz modernisierte 254 Apartments und schuf durch eine Aufstockung in Holzmodulbauweise weitere 100 Wohneinheiten. Auf Empfehlung des Fachplaners Maximilian Sczepurek kamen dabei vorgefertigte Installationstrennwände von TECEsystem zum Einsatz. Zwischen den Bädern zweier Apartments bilden sie die raumhohe Trennwand und nehmen gleichzeitig die komplette Sanitärinstallation auf. Insgesamt wurden 335 Module verbaut. „Der große Vorteil bei der Nutzung der Installationstrennwände ist die Planungssicherheit beim Brand- und Schallschutz und die einfache Realisierung auf der Baustelle“, sagt Architekt Daniel Wall.

15 Zentimeter Bauraum gespart

Die industriell vorgefertigten Installationstrennwände optimieren die Grundrisse und sparen in jedem Bad 10 bis 15 Zentimeter Bauraum. Als Trennwand zwischen zwei Nutzungseinheiten nehmen sie die Installationen beider Bäder auf, reduzieren Montagezeit, Kosten und Schnittstellen und schaffen zusätzliche Wohnfläche – ein Vorteil insbesondere bei Sanierungen und Umnutzungen. 

Die TECEsystem-Installationswände werden mit Ü-Zeichen als zugelassenes Bauprodukt für Brandschutzkonstruktionen (abZ: Z-41.90-717) geliefert. Vor Ort werden sie gemäß allgemeiner Bauartgenehmigung (aBG: Z-41.9-718) beplankt und mit mineralischer Einblasdämmung rauchdicht und hohlraumfrei verfüllt. Dadurch erfüllen sie den horizontalen und vertikalen Brand- und Schallschutz sowie den Übergang zwischen Bestand und Aufstockung. „Die Leitungen konnten zusammengeführt und in einem integrierten Schacht gebündelt werden. Eine Durchdringung der Wand, die neue Anforderungen mit sich gebracht hätte, war somit nicht mehr nötig“, erklärt Wall. Der Schacht wurde auf die vorhandenen Deckendurchbrüche gesetzt und ausgeblasen. So entstanden Brand- und Schallschutz ohne zusätzliche Brandschutzmanschetten und Deckenvergüsse. „Wir haben keinen zusätzlichen Brandschutz benötigt, was natürlich auch ein Kostenfaktor ist“, ergänzt Sczepurek.

TECEsystem Installationswand
Fertig aufgestellte und montierte Installationstrennwand zwischen zwei Räumen. Bild: Joschija Bauer
Brandschutzdämmung
Einblasdämmung: Die Einbringung des mineralischen Dämmgranulats. Bilder: Joschija Bauer

Geprüfte Lösungen für Brand- und Schallschutz

„TECE hat geprüfte Brand- und Schallschutzlösungen, die für unsere Planungsaufgabe gepasst haben. Ansonsten wäre es im Bestand und im Holzbau extrem schwer gewesen, die geforderten Werte zu erreichen. Die komplette Ausflockung der Installationswände erspart uns den Brandschutz zwischen den Ebenen – das war ein großer Vorteil“, begründet Wall die Entscheidung. Auch die Trinkwasserhygiene spielte eine Rolle. „TECE bietet einen WC-Spülkasten mit integrierter Trinkwasser-Hygienespülung. So können bei Leerstand oder in den Semesterferien definierte Wassermengen abgelassen werden, um Stagnation zu vermeiden. Das war in Kombination mit TECEsystem für uns die optimale Lösung“, erläutert Sczepurek.

Schnellere Montage auf der Baustelle

Die Aufstockung erfolgte geschossweise. Die vorgefertigten Module wurden per Kran eingebaut. Zwei Monteure benötigten rund zwei Stunden pro Element.

„Wir müssen nur eine Fallleitung und die Steigleitungen anschließen und haben damit direkt zwei Bäder installiert. Bei einer gemauerten Trennwand müsste dieser Aufwand auf beiden Seiten erfolgen“, erklärt Jürgen Herzig, Geschäftsführer der ausführenden Herzig GmbH. Auch die Einblasdämmung vereinfachte die Ausführung. „Die Deckendurchbrüche müssen nicht mehr mit vielen unterschiedlichen Manschetten geschottet werden. Mit der Einblasdämmung ist der Brandschutz für den gesamten Schacht erledigt. Das reduziert den organisatorischen Aufwand erheblich und verhindert, dass einzelne Abschottungen vergessen werden“, sagt Alfred Bauer, Projektleiter der Herzig GmbH.

Fazit: Zeit gespart und Planung vereinfacht

Die Projektbeteiligten ziehen ein positives Fazit. „Es war eine gute Entscheidung“, bilanziert Wall. Besonders beim Brand- und Schallschutz habe die Kombination aus TECEsystem und Einblasdämmung die Planung und Ausführung deutlich erleichtert. Sczepurek beziffert die Zeitersparnis von der Planung bis zur Fertigstellung auf 10 bis 20 Prozent: „Man muss sich auf neue Systeme einlassen und konventionelle Bauweisen durch Innovationen ersetzen. Aus meiner Sicht ist das ein klarer Vorteil.“ Auch Herzig hebt die enge Zusammenarbeit hervor: „Für uns war wichtig, kompetente Ansprechpartner zu haben, die uns auch auf der Baustelle unterstützt haben. Das war ein entscheidendes Kriterium.“

Bad Studierendenwohnheim
Blick in ein fertiges Badezimmer: Hinter der Wand steckt die Technik von TECEsystem. Nach außen hin ist alles in einheitlichem Weiß gehalten. Unter anderem wurde auch die Betätigungsplatte TECEnow verbaut. Bild: Joschija Bauer